Tja, in den Nachtschichten unserer Brut (und damit auch der Eltern) hat sich einiges verschoben. Maya hat sich anscheinend daran gewöhnt, dass sie nachts in ihrem eigenen ruhigen Zimmer mit geschlossener Tür in absoluter Dunkelheit schläft und tut inzwischen oft genau das: schlafen. Bis zu 12 Stunden am Stück! Absolut neu. Es kommt noch mal vor, dass sie nachts weint, aber nicht mehr so schlimm wie früher und meist kann man sie nach Schnullersuche und -rückgabe auch relativ schnell wieder hinlegen. Zwischen 5.30 und 7.30 möchte sie dann meist in unser Bett, wo sie aber oft noch weiter schlummert.
Möglicherweise werden Mama und Papa also doch noch alt und grau anstatt aufgrund von Schlafmangel früh das Zeitliche zu segnen.
Allerdings hat Pepe (der ehemalige 12-15-Stunden-Schläfer) sich offenbar auch daran gewöhnt, ein Zimmer mit (meist offener) Durchgangstür zu Mama und Papa zu haben. So wacht er denn inzwischen gerne mal nachts auf und schreit nach uns. Wach wird Papa dabei immer und manchmal muss er sogar aufstehen; im schlimmsten Fall sich vor Pepes Bett auf den Boden legen und dort weiter schlafen. Wir dachten erst, es ist eine vorübergehende Phase, aber es kommt doch recht regelmäßig vor und vor allem mit steigender Frequenz.
So sind die durchgeschlafenen Nächte der letzten zwei Jahre (zumindest für Papa) immer noch an einer Hand abzuzählen...
Maya spricht nun auch (endlich) ein paar Worte. Also das tut sie zwar schon lange, aber alle Worte klangen mehr oder weniger wie "Baba" oder "Baa".
Inzwischen kamen nach den ersten Durchbrüchen bu-bu-bong (Luftballon), ha-hu-hu (Hausschuhe), und hu-ho-ho (Strumpfhose) auch gut zu verstehende Ausdrücke. Mayas Lieblingswort ist im Moment Papagei (klingt auch genau so) und sie bildet auch verständliche (zumindest für ihre Mitbewohner) Zwei- und Dreiwortsätze.
Am schönsten für Papa war eine Aussage beim Ins-Bett-Bringen vor ein paar Tagen. Papa wollte sich gerade verabschieden (gute Nacht, bis morgen, schlaf gut mein Schatz, Papa hat dich lieb).
Maya holte tief Luft und antwortete in fast lupenreiner Artikulation: Papa auch lieb.
Mit Tränen der Rührung im Auge setzte ich mich dann wieder hin und blieb doch noch ein paar Minuten länger.
Später waren Mama und Papa etwas unsicher, ob der unerwartete Liebesschwur nicht berechnenderweise ausgesprochen worden war, um genau diese Reaktion zu erwirken.
Wir wollen ja nichts unterstellen, aber unsere Kleine ist doch manchmal ganz schön hintertrieben.
Aber gesagt ist gesagt und ich glaube es ihr auch aufs Wort.
Maya scheint erkannt zu haben, dass auch Papa manchmal Streicheleinheiten braucht. Als er vor einigen Wochen nachts zum dritten oder vierten Mal zu Maya ins Zimmer hastete, um die schreiende Tochter zu beruhigen gab es Schläge vom Kind, begleitet von lauten "Papa nein. Mama!" Rufen. Völlig entnervt (und verletzt) habe ich Maya zu Mama gebracht, ins Bett gelegt und mein Leid geklagt. Maya ist doch ziemlich Mama-Kind und hat manchmal keine Lust, von anderen getröstet zu werden. Ich war wirklich traurig und habe gesagt, dass ich das nicht mehr machen möchte, nachts aufzustehen, nur um dann praktisch beschimpft zu werden.
Irgendwie muss Maya wohl gemerkt haben, dass ich unglücklich bin, denn sie löste sich aus Mamas Umarmung, streckte ihre Arme aus und rief "Papa, Papa".
Ich "durfte" sie daraufhin auf den Arm nehmen und sie hat extra lange mit mir gekuschelt.
Einen kleinen Riecher für die Gefühle anderer schein Maya also doch zu haben.
Freitag, 12. Februar 2010
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