Lilypie Kids Birthday tickers
Lilypie Kids Birthday tickers Notes:

Samstag, 9. Juli 2011

Station 2, Zimmer 2

Pepe ist seit gestern wieder auf der Bult. Nachdem sie dort auch wieder eine Augenuntersuchung gemacht haben, nur um das Ergebnis der MHH zu bestätigen, wurde doch wieder eine Lumbalpunktion durchgeführt (die dritte innerhalb von drei Wochen), da sie bei den ersten beiden keine Druckmessung durchgeführt haben und die Venenstauung hinterm Auge auch von einem erhöhten Hirndruck stammen könne. Warum die Druckmessung nicht bei einer der letzten beiden Punktionen durchgeführt wurde, verstehe ich alledings nicht, aber der Professor hat mir auch keine Antwort darauf gegeben. Hat nur wieder gesagt, dass er sie durchführen lassen würde, wenn es sein Kind wäre, aber diesen Satz hat er sicherlich in irgendeinem Seminar gelernt und mittlerweile auswendig gelernt und als Standard in seine Ausführungen eingebaut. Er hat mehr oder weniger zugegeben, dass es nun wohl doch nicht das atypische Kawasakisyndrom gewesen ist (und dabei war er sich doch so sicher ;-)), steht aber nach wie vor zu der damals gewählten Therapie mit Immunglobulinen und Aspirin. Ich komme mir irgendwie etwas veralbert vor und gestehe, dass es mir lieber ist, wenn jemand zugibt, dass er einfach nicht weiß, was Pepe hat, so wie es der Stationsarzt Dr. Klusmeier damals getan hat. Ich glaube diese Kawasakidiagnose kam ihm damals auch schon spanisch bzw. japanisch vor, aber da hatte er natürlich nichts mehr zu melden. Und aus irgendeinem Grund halten sie recht hohe Stücke auf diesen Professor Christen und er ist wohl recht bekannt. Das EEG war diesmal völlig normal und das Ergebnis des Hirndruckwassers ist es auch. Eine bereits am Freitag durchgeführte weiterführende Augenuntersuchung muss nun am Montag wiederholt werden, weil die Ergebnisse nicht verwertbar waren. Bedeutet aber wohl auch, dass sie uns vorher nicht nach Hause lassen :-(. Mittlerweile musste er sein Einzelzimmer verlassen und wurde von Zimmer 2 (mit Oskar aus der Mülltonne an der Scheibe) in Zimmer 7 (mit Bibo an der Fensterscheibe) zu Lena verlegt, die ihren Vater dabei hat. Zum Glück übernachtet Alex heute noch einmal, der aber auf Grund der Enge auch nicht begeistert war. Dazu kommt, dass Pepe einfach nicht einschlafen wollte heute und trotz vorhandener Müdigkeit entsprechend schlecht gelaunt war. Er hatte gegen Nachmittag einmal wieder Kopfschmerzen, welche ich aber eher auf ein Tagestief schiebe. Ansonsten ging es ihm seit Freitag wie angekündigt im Grunde ganz gut, aber natürlich haben wir nach den Erfahrungen der letzten Wochen immer ein wenig Angst, dass der gute Zustand nur vorübergehend sein könnte. Ich glaube, dass merkt Pepe auch und versteht es mittlerweile für sich zu nutzen. Wenn ihm was nicht passt, sagt er dann, sein Kopf tue weh. Er hat zu seinen teilweise unausstehlichen Launen, die andererseits nach all den Wochen zumindest ein wenig zu entschuldigen bzw. verständlich sind, heute einen beängstigenden Appetit gezeigt. Eigentlich hatte er den ganzen Tag Hunger. Nach einem frühen Mittagessen mit Tortellini und Roter Grütze mit Vanillesoße, hatte er noch zwei Eis, eine Schale Melone, eine Schale Erdbeeren, eine kleine Schale Heidelbeeren und ein paar Gummibärchen. Gegen halbfünf verlangte er schon nach seinem Abendbrot und bestellte schließlich um 17 Uhr bei der Schwester zwei große Scheiben Brot, eine mit Butter und eine mit Butter und Salami, einen Joghurt und einen Apfel und hat wohl auch alles aufgemumpfelt. Ebenso die beigelegte Gurke, über die er sich zunächst beschwert hatte, da ja nicht bestellt von ihm.

Vielleicht hätten wir nach seiner Spontangesundheilungsankündigung am Donnerstag einfach den Mut zeigen sollen, auf einen erneuten Krakenhausbesuch zu verzichten, aber da hatten wir ja zumindest noch die Hoffnung, abends wieder nach Hause gehen zu dürfen und natürlich möchte ich mir später auch nichts vorwerfen lassen.

Auf die empfohlene Psychotherapie habe ich den Prof. auch angesprochen und ob er wen empfehlen könne, aber das sah er wohl als nicht so dringlich oder notwendig an und hat es abgetan. Ich hingegen glaube, dass nach all den Erfahrungen der letzten Woche es nicht verkehrt für ihn wäre, das Erlebte irgendwie besser verarbeiten zu können. Als der Professor am Freitag zum Gespräch im Zimmer war, ist er beispielsweise ziemlich ausgeflippt und wollte, dass ich ihm vorlese, weil er das ganze Gerede über ihn und seinen Zustand und das, was sie mit ihm vorhaben einfach nicht mehr hören wollte, vermute ich. Und dafür macht er seine Sache wirklich noch gut, wie ich finde, auch wenn er hin und wieder die Schnauze voll hat! Wer nicht!!

3 Kommentare:

KatjaW hat gesagt…

Ja, nur allzu verständlich, dass er keinen Bock mehr hat. Och menno. Auf dass es nun wirklich ein Ende hat, dieses Hickhack.

JPs und MAs Mama hat gesagt…

Ihm scheint es heute wieder sehr gut zu gehen und vielleicht hat der Spuk nun wirklich bald ein Ende. Entlassen werden sie uns wie erwartet erst morgen, wenn bei der geplanten Augenuntersuchung alles ok sein sollte. Vielleicht haben ja die homöopatischen Mittel auch geholfen? Was es letzlich war, werden wir wohl nicht mehr erfahren, vermute ich. Bitte noch mal die Daumen drücken, dass dies nun wirklich die vorerst letzte Nacht im Krankenhaus ist!

Ulrike H. hat gesagt…

Daumen sind gedrückt und wirklich, wer hätte da nicht langsam die Schnautze voll. ;-)