Pepe schläft ja normalerweise recht gut. Er wacht zwar gelegentlich nachts auf, manchmal auch "nein, nein" rufend, schläft aber meist gleich wieder ein.
Heute nacht (oder morgen) um fünf war das anders. Papa hörte übers Babyfon erst ein Husten, wahrscheinlich Grund des nächtlichen Erwachens. Anschließend fing Pepe aber an zu weinen. Wegen der unerfreulichen Brech-Intermezzi der letzten Woche flitzte Papa schnell zum Sohnemann, um die Lage zu sondieren. Das Bett war trocken, aber Pepe sehr weinerlich. Er äußerte zwischen Schluchzen immer wieder "Schokolade mal probieren".
Nun muss man wissen, dass es nicht wirklich ungewöhnlich ist, dass Pepe nach dem Aufwachen Nahrung fordert. Normalerweise hört man anstelle eines "guten Morgen" Dinge wie Frühstück, eine Milch, Joghurt, Banane, Brot oder ähnliches.
Komischerweise ist Schokolade eine Art Obsession. Als Mama ihn neulich fragte, was er sich aus dem Supermarkt als Mitbringsel wünsche, sagte er statt des erwarteten Banane, Toast oder Apfel: Schokolade. Und das, obwohl das Wort in unserem Haus nicht geläufig ist.
Wir nehmen an, dass das Wissen, dass Schokolade etwas ganz leckers ist, per Mundpropagande unter Kita-Kollegen die Runde macht.
Naja, jedenfalls wollte Pepe sich nicht beruhigen lassen und auch nicht hören, dass man mitten in der Nacht nicht essen soll, sondern schlafen. Und vor allem schon gar keine Schokolade.
Als er aber nicht aufhörte, fragte Papa ihn, wo denn überhaupt Schokolade sei, worauf die Antwort "da oben" wie eine Litanei immer und immer wiederholt wurde.
Papa machte also das Licht an und ließ sich von Pepe zeigen, wo denn das legendäre Geheimversteck des kinderzimmerlichen Schokoladenschatzes zu finden sei.
Pepe wies auf den Schrank und war sichtlich überrascht (und auch verärgert), dort zwar eine Flasche Hustensaft und einen Kuli, aber keinen Krümel der begehrten Süßigkeit zu entdecken.
Seine Verwirrung war ihm so deutlich ins Gesicht geschrieben, dass Papa vermutet, dass Pepe einen äußerst realen Traum gehabt haben musste, in welchem besagte Schokolade sich auf dem Schrank befunden hatte.
Klar, dass er dann einen Bissen probieren möchte, wenn sie so gerade außer Reichweite präsentiert wird.
Es dauerte noch eine Weile, aber Pepe ließ sich langsam wieder beruhigen und bald auch wieder ins Bett legen. Noch ein paar Huster und er war wieder eingeschlafen.
Papa lag noch etwas wach und lauschte dem Hüsteln übers Babyfon und fand dann auch wieder zur wohlverdienten, wenn auch kurzen, Nachtruhe.
Sonntag, 8. März 2009
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3 Kommentare:
Dann gebt ihm doch einfach welche! (Oder hat er eine Allergie?)
doch nicht nachts. und solange er am liebsten brot und obst ist, muss man es ja nicht unbedingt unterstützen. die keks-sucht ist gerade am erblühen und das reicht erstmal.
Nee, nicht nachts, aber tags, dann muss er vielleicht nicht mehr davon träumen. ;)
Natürlich stimmt das mit dem Obst. Bei uns gibt's immer mal zwischendurch ein Leckerli, wird aber auch schon als etwas Besonderes herausgestellt.
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