Ich durfte letzte nacht auch mal das Krankenzimmer mit Pepe (und Jonas) teilen. Viel geschlafen haben wir nicht, da jede Veränderung am Zugang Pepe zu wütend/verzweifelten Schreiattacken inspiriert, wer will es ihm verdenken. Zwischendurch hat er einen recht friedlichen, ja fast fröhlichen Eindruck gemacht. Wir haben rumgeblödelt, "ich sehe was, was du nicht siehst" gespielt und Zahlen raten. Sogar Luftballon-hin-und-her-werfen war möglich, wenn auch nur mit dem linken Arm (rechts liegt unbeweglich auf dem Bett).
Wenn nur das Fieber endlich weggehen würde. Die Medikamentengabe macht mich auch unglücklich, ich weiß, dass die Ärzte sich alle Mühe geben und ohne Gewissheit, welcher Erreger Wurzel allen Übels ist, auch mal mit Kanonen auf eventuelle Spatzen schießen müssen, aber mit jedem Tag wird die Unsicherheit größer.
So langsam fragt man sich auch, wie es denn weiter gehen soll. Man kann ja seine Arbeit nicht einfach aufgeben, auch wenn man im Moment wenig Ruhe hat, sich auf den beruflichen Tagesablauf zu konzentrieren. Mein 15-Stunden-Korrektur-Marathon am Montag (wo ich dann meinen Pepe gar nicht gesehen habe, was mir auch wirklich weh getan hat) hat mir zwar etwas Luft verschafft, aber trotzdem ist die Situation alles andere als entspannt. Nudi muss auch irgendwann mal wieder ins Büro; ihre 5 Tage Kinder-krank-frei sind aufgebraucht.
Zusätzlich macht unsere Baustelle (wie immer) noch zusätzliche Arbeit. Heute hat ein extremer Regenguss nicht nur den Neubau (wegen eines offenen Fensters) unter Wasser gesetzt. Zusätzlich hat der Altbau einen nicht unerheblichen Wasserschaden abbekommen. Das Wasser kommt im alten Bad aus der Deckenlampe (natürlich gibt es jetzt kein Licht mehr) und auch in nicht unerheblicher Menge aus den Wänden. Dazu habe ich noch vorsichtshalber einen Wandschrank abgeschraubt, weil ich Angst hatte, dass er aus der maroden Wand auf einen gemütlichen Klogänger fällt. Musste die schimmlige Tapete abreißen. Das Wasser ist also offensichtlich schon länger in der Wand (hat ja auch heute nicht zum ersten Mal geregnet, wenn auch zuvor nie so doll).
Ich habe jetzt den Eindruck, dass es reicht. Vielleicht kann ja zur Abwechslung mal der Weg bergauf gehen.
Danke für Eure lieben Wünsche und auch die Unterstützung, die wir erhalten haben. Es ist schön, zu spüren, dass es viele Menschen gibt, die an uns denken. So muss es doch langsam auch mal einen Schritt nach vorne geben.
Mittwoch, 22. Juni 2011
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