Lilypie Kids Birthday tickers
Lilypie Kids Birthday tickers Notes:

Montag, 27. Juni 2011

Wir sind wieder zu Hause und warum ich Krankenhäuser hasse!

Nachdem wir heute acht Stunden im Krankenhaus auf Pepes Entlassungsbericht gewartet haben, sind wir endlich wieder daheim!

Die Nacht war ruhig, Pepe bekam gegen Mitternacht noch einmal seine hochdosierte Aspirinration. Einmal hat der Überwachungsmonitor Alarm gegeben, warum weiß ich nicht.

Gegen halbneun/neun ist Pepe recht schlecht gelaunt erwacht. Irgendwann hatte er sich gerappelt und wollte mit dem Luftballon spielen.

Gegen 10 Uhr kam dann endlich die diensthabende Ärztin, die ich zuvor noch nie gesehen hatte und gehetzt erzählte, dass sie ja nun die Papiere noch fertig machen müsse. Alles Weitere würde ich dann erfahren und eventuelle Fragen könne ich auch dann stellen, das mache ja jetzt keinen Sinn. Ohne Pepe irgendwie zu untersuchen, verließ sie den Raum wieder.

Wir vertrieben uns den Tag mit Memory, Ballspielen, ein bisschen mit dem Rollstuhl umher fahren und Fernsehen, deutlich mehr, als was sonst erlaubt ist. Bücherlesen wollte Pepe nicht, wobei er das sonst immer so gerne gemacht hat. Und Schokolade mag er momentan auch nicht mehr, sagt er.

Gegen 16 Uhr kam dann die gleiche Ärztin endich mit den Papieren, war aber wieder sehr gehetzt und ein Abschlussgespräch würde ich das nicht nennen. Ich sagte, dass ich schon noch ein paar Fragen hätte, die sie mir im Schnelldurchlauf mehr schlecht als recht versuchte zu beantworten und nach zwei Minuten war sie auch schon wieder weg. Angesehen hat sie sich Pepe auch diesmal nicht.

Nachdem ich mir dann die Zeit nahm, die Papiere durchzulesen, da ich auf meine Schwiegermutter wartete, die uns abholen wollte und die letzten Tage ebenfalls diverse Stunden als Ablöse im Krankenhaus verbringen musste, habe ich mich ziemlich aufgeregt. Ein nicht unbeachtlicher Teil entsprach nicht dem, was passiert bzw. verabreicht wurde und auch die Tatsache, dass das EEG doch Auffälligkeiten zeigte, erfuhr ich das erste Mal hieraus. Aus der angeblichen atypischen Lungenentzündung, die der Grund für die fünftägige Doxycyclingabe war, ist mittlerweile eine Bronchitis geworden, ich vermute auch eine atypische. Ganz sicher sei sich der Professor bei der Diagnose atypisches Kawasakisyndrom, so dass Pepe nun sechs Wochen lang weiterhin Aspirin bekommt und zweimal zur Herzkontrolle muss. Ich bin mir da weniger sicher und halte eine virale Ursache nach wie vor für möglich, aber ich bin natürlich auch kein Professor und vielleicht sollte nach den vielen Fehlvermutungen vorher mit entsprechend falscher Therapie ja mal ein Treffer dabei sein ;-) .

Warum ich allerdings acht Stunden mit einem Vierjährigen auf diese Papiere warten musste, die auf Nachfrage wohl noch überarbeitet werden müssen (diesen Hinweis habe ich in dem zweiminütigem "Abschlussgespräch" zwischen Tür und Angel wohl überhört, so dass ich wieder eine Dreiviertelstunde warten musste, bis mir das noch einmal von dieser ahnungslosen Ärztin widerwillig erklärt wurde, die ja dummerweise nur die Papiere fertig machen musste und eigentlich von nichts eine Ahnung hat), habe ich nicht verstanden. Die überarbeitete Version bekommt dann auch nur mein Kinderarzt, da es leider nicht möglich sei, mir diese auch zu schicken. Da würde auch ein Vermerk in den Akten nichts nützen. Ich hatte sogar angeboten, dass Porto für den Brief zu hinterlassen. Eine Kopie der Krankenakte wurde mir ebenfalls versagt.
Immehin haben wir auf Nachfragen doch noch ein Privatrezept für das Aspirin bekommen, sonst hätte ich noch zum Kinderarzt düsen müssen. Dies hat die Ärztin aber auch nur sehr skeptisch an uns weitergeben, nach dem Motto, versuchen sie es halt damit. Wenn ich gewusst hätte, dass es nur 2,56 € kostet, hätte ich mir die Bitte um das Rezept erspart.
Außerdem hätte die Wartezeit heute auch sehr gut für die empfohlene Augennachkontrolle genutzt werden können, aber das hätte den logistischen Aufwand wohl überstiegen. Auf das Laborergebnis bzgl. der Mykoplasmen warte ich übrigens heute noch, aber eigentlich kenne ich es ja auch so.
Immerhin habe ich erfahren, dass Pepe wohl irgendwann mal Pfeiffersches Drüsenfieber gehabt haben muss (muss allerdings schon eine Weile her sein, da der aktute Befund auf Epstein-Barr-Virus negativ war).

Wenn ich mir überlege, was alles getestet und auf Verdacht therapiert wurde, dann wird mir ganz schlecht, was der kleine Kerl nun alles zu entgiften hat. Seit neuestem schwitzt er an den Füßen, den Händen und der Stirn leicht, keine Ahnung, ob das Nebenwirkungen der Medikamente sind, das war jedenfalls vorher nicht der Fall bei ihm.

Die meisten der Ärzte und Schwstern waren auch wirklich ganz nett, aber dieses Abfertigungsgespräch heute, ging gar nicht, da hätten wir nicht so ewig drauf warten müssen und ich überlege ernsthaft noch einmal einen Gespächstermin mit dem Stationsarzt Dr. Klusmeier einzufordern, auch wenn dies vermutlich nicht viel bringt. Zumindest vermittelte er nie einen so gehetzten und genervten Eindruck, sondern nahm sich in der Regel die Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Oder besser noch mit dem Chefarzt Prof. Dr. Christen, der sich so sicher ist, dass es Kawasaki war/ist, vielleicht könnte der meine vielen Fragezeichen und Bedenken zerstreuen?

Egal, was es am Ende war, jetzt muss der kleine Kerl erst einmal wieder aufgepeppelt werden und wir sind alle froh, endlich wieder zu Hause zu sein!

Und mir ist mal wieder bewusst geworden, warum ich Krankenhäuser nicht mag und sie wirklich nur in der allergrößten Not aufsuchen sollte. Mein Vater mochte übrigens auch keine Krankenhäuser und ich kann gut verstehen, warum!

Euch da draußen an dieser Stelle (falls ihr bis zu Ende gelesen habt) noch einmal ganz lieben Dank für die große Unterstützung und mentale Aufbauhilfe!

1 Kommentar:

KatjaW hat gesagt…

Das ist echt nicht zu fassen. Ich würde wirklich noch einmal auf ein Gespräch bestehen. Der Aufwand ist ja immer groß, aber ein Feedback scheinen die ja wohl nötig zu haben.

Als Ida letztes Jahr im Krankenhaus war, habe ich ja schon nach nur zwei furchtbaren Tagen/ Nächten entgegen des ärztlichen Rates um die Entlassungspapiere gebeten. Das war Sonntagmorgen bei der diensthabenden Ärztin. Genau wie bei euch hat es dann nur schlappe 8 Stunden gedauert, bis die erneut auftauchte, mich ablederte, mir noch ein schlechtes Gewissen verpasste und wir dann nach der langen Wartezeit endlich gehen durften. Als Erklärung für die lange Wartezeit wurde darauf hin gewiesen, dass sie sowohl die Notaufnahme, als auch alle Stationen versorgte.

Wie auch immer - schön, dass Pepe endlich wieder zuhause ist! Und zum Glück sind dann ja auch erstmal Ferien, so dass Alex zuhause ist und ihr euch über die Betreuung keine Gedanken machen müsst.